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MPI für demografische Forschung

Soziale und biologische Determinanten von Mortalitätsentwicklungen · Fertilität und Familiendynamik im heutigen Europa · Weiterentwicklung mathematisch-statistischer Methoden der Demografie · Familiendemografie und Alterung von Gesellschaften · Arbeiten zur historischen Entwicklung demografischen Denkens


Das Institut nahm am 1. Oktober 1996 die Arbeit auf. Die Aufbauplanung sieht drei wissenschaftliche Abteilungen, eine Forschungsgruppe zur Weiterentwicklung demografischer Methoden sowie thematisch wechselnde Nachwuchsgruppen vor. Gegenwärtig bestehen zwei wissenschaftliche Abteilungen mit den Forschungsprogrammen "Altern" und "Fertilität, Familiendynamik und Bevölkerungsentwicklungen".

Das Forschungsprogramm "Altern" richtet sich vor dem Hintergrund steigender Lebenserwartungen und wachsender Anteile sehr alter Menschen in mehr und mehr Ländern darauf, soziale und biologische "Überlebens"-Eigenschaften zu bestimmen, die zu Langlebigkeit führen. Dabei wird auch untersucht, unter welchen Bedingungen, vor allem sozialen, ökonomischen und kulturellen, sie wirksam werden und wie sie jeweils interagieren. Damit werden unterschiedliche Entwicklungen einzelner Länder dann auch besser erklärbar werden.

Bestandteil des Forschungsprogramms ist die theoretisch geleitete Weiterentwicklung mathematisch-statistischer Methoden und Analyseverfahren, um aus der Vielzahl potentieller "Überlebens"-Eigenschaften diejenigen herauszufiltern, die Langlebigkeit entscheidend beeinflussen, und um das relative Gewicht einzelner solcher Faktoren bestimmen zu können. Außerdem werden Erkenntnisse der Bio-Demografie einbezogen, die Langlebigkeit anhand von Experimenten mit Kleinstlebewesen zu erklären versucht. Im Institut werden dazu Experimente mit Hefekulturen durchgeführt.

Ausgangspunkt des Forschungsprogramms "Fertilität, Familiendynamik und Bevölkerungsentwicklungen" sind sinkende Geburtenraten, die in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern zu beobachten sind. Fragestellungen des Programms sind zum Beispiel, ob und wodurch Übergänge ins Erwachsenenalter und Familienbildungsprozesse moderner Gesellschaften sich zunehmend angleichen, wodurch Fertilitätsverhalten beeinflusst wird, wie kurzfristige Schwankungen und langfristige Trends von Geburtenentwicklungen erklärt werden können, inwieweit sinkende Fertilität als ein dauerhaftes Phänomen anzusehen ist und welche Bevölkerungsentwicklungen sich bei weiter abnehmender Fertilität ergeben werden.

Die Nachwuchsgruppen, die zur Zeit am Institut bestehen, sind diesem Forschungsprogramm zugeordnet. Die Gruppe "Soziale Dynamik und Fertilität" hat das Ziel, einen kulturell-ökonomischen Ansatz zur Erklärung von Fertilitätsverhalten zu entwickeln und empirisch zu prüfen; die Gruppe "Demografie des frühen Erwachsenenalters" soll durch vergleichende Studien zu Veränderungen von Übergängen von der Jugend ins Erwachsenenalter und von Familienbildungsprozessen zur Erklärung von Fertilitätsentwicklungen in Europa beitragen; die Gruppe "Bevölkerung, Ökonomie und Ökologie" versucht schließlich, mit Modellierungen und Simulationen einzuschätzen, welche Wirkungen sinkende Fertilität und steigende Lebenserwartungen auf das Konsum-, Spar- und Produktionsverhalten sowie auf ökologische Gegebenheiten von Gesellschaften haben und inwieweit dadurch wiederum Bevölkerungsentwicklungen beeinflusst werden.