Das Max-Delbrück-Laboratorium in der MPG (MDL) wurde 1989 auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung, Köln, mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen fertiggestellt. Das MDL hat zum Ziel, die Forschung junger Wissenschaftler auf den Gebieten der molekularen Genetik und der Gentechnologie über einen Zeitraum von jeweils 5 bis 6 Jahren verstärkt zu fördern. Die Stellen werden in internationalen Journalen ausgeschrieben und sind somit eine besondere Gelegenheiten für junge deutsche Wissenschaftler, die sich im Ausland bewährt haben, nach Deutschland zurückzukehren, ihre im Ausland erworbene Erfahrung hier einzubringen und an deutsche Doktoranden weiterzugeben. Die jungen Wissenschaftler betreiben ihre Forschung selbständig und unabhängig.
Die erste Förderperiode dauerte von 1989 bis 1995. Hierbei wurden die folgenden Themen bearbeitet: Pflanzliche Resistenzreaktionen gegen Pathogene (Dr. Jeff Dangl, anschließend: University of North Carolina, USA), Genexpression in transgenen Pflanzen (Dr. Peter Meyer, anschließend: University of Leeds, England), Differenzierung von hämatopoetischen Zellen (Dr. Fred Sablitzky, anschließend: University College London, England), Mausembryonalentwicklung (Dr. Achim Gossler, anschließend: Jackson Laboratory, Bar Harbor, USA), Rezeptortyrosinkinasen (Dr. Carmen Birchmeier, anschließend: Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin, Berlin), und Signaltransduktion in Säugerzellen (Dr. Silvia Stabel). In dieser Zeit wurden insgesamt 17 Diplomarbeiten, 22 Dissertationen und 5 Habilitationen erfolgreich abgeschlossen.
Am 1. Oktober 1995 begann die zweite vom BMBF und der MPG finanzierte Förderperiode für vier Arbeitsgruppen, die unabhängig voneinander unterschiedliche molekularbiologische und genetische Themen bearbeiten: Die Protein-Biogenese und Protein-Lokalisation in der lebenden Zelle (Dr. Nils Johnsson) sowie die Mechanismen transkriptioneller Repression (Dr. Norbert Lehming) werden in der Hefe Saccharomyces cerevisiae untersucht. Saccharomyces cerevisiae dient hierbei als Modellorganismus, in dem sich diese zentralen biologischen Fragestellungen genetisch außerordenlich schnell untersuchen lassen. In Zukunft werden sich die Untersuchungen auch auf höhere eukaryontische Systeme wie menschliche Zellen erweitern, um die Übertragbarkeit der bei S. cerevisiae gefundenen Prinzipien festzustellen. Arabidopsis thaliana dient als Modellsystem für die pflanzliche Signalerkennung und Signalwandlung (Dr. Klaus Palme) und für die Analyse eines pflanzlichen Genoms (Dr. Renate Schmidt). Auch hier wird mit dem Ziel gearbeitet, die bei Arabidopsis gefundenen Prinzipien auf andere Pflanzen zu übertragen.
